Eine gesunde Meditationspraxis entwickeln und den Buddhismus von Grund auf verstehen

Paramita-Training

im Kamalashila Institut, Langenfeld/Eifel

und im Tibet-Kailash-Haus in Freiburg im Breisgau

In diesem mehrere Wochenend-Seminare umfassenden Training werden grundlegende buddhistische Meditations-Methoden und -Lehren vorgestellt und eingeübt. Das Angebot wendet sich an all jene, die einen lebensnahen Zugang zur buddhistischen Lehre und Meditation suchen, seien es Neu-Interessierte oder jene, die mit einiger Erfahrung ihr Verständnis und ihre Praxis noch einmal überprüfen und vertiefen wollen. Auch Nicht-Buddhisten und jene, die –Ismen gegenüber skeptisch sind, sind willkommen an dem Training teilzunehmen.

Das Programm versteht sich als traditions-übergreifend und zeitgemäß. Mit den hier vorgestellten Meditationen und Lehraussagen wird man alle Traditionen des Buddhismus besser verstehen und ihnen gemäß praktizieren können. Ruhe, Klarheit, Mitgefühl und klare innere Lebensstrukturen können gefördert werden.

Anhand der Sechs Paramitas und anderer buddhistischer Lehrmodelle wird ein Grundverständnis buddhistischen Denkens und Handelns vermittelt. Hierzu werden traditionelle Texte wie die Lehrreden (Sutras) des historischen Buddha, Auszüge aus dem „Kostbaren Schmuck der Befreiung“ des tibetischen Meisters Gampopa (12. Jhd.), dem „Eintritt in den Erleuchtungsweg“ von Shantideva oder dem Sieben Punkte Geistestraining nach Atisha sowie zeitgenössische Quellen genutzt und zum Studium angeboten. Die an einem Wochenende vorgestellten Texte und Meditations-Übungen können von jedem Teilnehmer in der Folgezeit individuell weiter studiert und praktiziert werden.

Der Kursleiter bietet dazu telefonisch und per e-Mail seine Begleitung an. Es werden auch Fragebögen zur Evaluation des Übungs- und Verständnisfortschritts angeboten.

Ziel des Paramita-Trainings ist die Entwicklung der Fähigkeit zur Ausübung einer individuellen Meditationspraxis. Die TeilnehmerInnen lernen verschiedene Methoden geschickt anzuwenden. Von Anfang an wird Wert auf eine entspannte und zugleich strukturierte Gestaltung einer Meditationssitzung gelegt. Übungen zur Entwicklung von stabiler Aufmerksamkeit und Ruhe (Shamatha), Achtsamkeits-Übungen (Satipatthana), Meditationen über Herzenswärme und Mitgefühl (Metta/Maitri und Karuna) sowie über die erwachende Geisteshaltung (Bodhichitta) gehören zu den sich ergänzenden Methoden. Zudem wird das Verständnis buddhistischer Grundbegriffe, Anschauungen und Lebenseinstellungen entwickelt.

TeilnehmerInnen können sowohl an einzelnen wie auch an allen 7 Modulen als aufbauendes Block-Seminar teilnehmen. Sie finden verteilt über einen Zeitraum von 2 Jahren statt.

Sollte der Kurs gut angenommen werden, wird der Zyklus wieder angeboten, so dass die im ersten Durchgang noch nicht absolvierten Kurse auch in den Folgejahren belegt werden können. Der Kursleiter / das Kamalashila Institut stellt für jeden Kurs eine Teilnahmebescheinigung aus. Wer alle 7 Kurse absolviert bekommt die Teilnahme an einem vollständigen Trainings-Zyklus bescheinigt. Diese Zertifikate können den Absolventen bewusst machen, dass sie mit den Kursinhalten, also den Meditations-Methoden und den jeweiligen Paramitas vertraut worden sind. Dies geschieht in der Hoffnung, dass auf diese Weise eine Verantwortung dafür entwickelt wird, entsprechende Geisteshaltungen sowohl ins eigene Leben wie auch in die Welt und die Gesellschaft zu tragen. So haben z.B. die Paramita der Großzügigkeit und der Ethik enorme zwischenmenschliche und gesellschaftliche Implikationen.

Normalerweise werden die 6 Paramitas in einer bestimmten Reihenfolge unterrichtet, doch wir werden die Module in einer Sequenz anbieten, die von Anfang an die Meditation betont. Das Paramita-Training macht diesen Weg einerseits leicht zugänglich und will doch einen Sinn für die Tiefgründigkeit der jeweiligen buddhistischen Meditationen und Lehren vermitteln.

Die Kurs-Module beginnen jeweils an einem Freitag Abend um 19.00 Uhr und enden am darauffolgenden Sonntag um 14.00 Uhr. Eines der Module kann ein 5-6 Tage dauerndes Retreat sein.

Der nächste Zyklus des Paramita-Trainings im Kamalashila Institut beginnt im November 2015.

Dies sind die derzeit geplanten Termine des nächsten Paramita-Trainings in Kamalashila:

Buddha-Natur:  6.-8.11.2015
Dhyana:            29.-31.1.2016
Shila:                3.-5.6.2016
Söpa:               30.9.-3.10.2016
Prajna:             3.-5.2.2017
Virya-Retreat:  20.-25.6.2017
Dana:               20.-22.10.2017
Die Inhalte des Paramita-Trainings:

„Fange einfach an!“ (Modul 1) – Die Buddha-Natur als Grundlage und Ziel des Weges

Alle Menschen, ja sogar alle Lebewesen, besitzen zu jeder Zeit das Potential, den Weg zur Entdeckung ihres wahren Wesens zu betreten. Unsere wahre Natur ist bereits vorhanden, auch wenn sie verborgen ist hinter den Mustern unserer Gedankenwelten aus leidvollen Emotionen und Erfahrungen.

Der Kurs beginnt mit einem Einführungswochenende in buddhistische Kernaussagen wie Buddha-Natur, Vier Edle Wahrheiten und Achtfacher Pfad und folgt in diesen den Lehrreden des historischen Buddha und den ersten Kapiteln von Gampopas großem Werk „Juwelenschmuck der Befreiung“, das vor fast 1000 Jahren verfasst wurde, um Tibetern einen guten Überblick über den Aufbau des buddhistischen Pfades zu geben. Es besitzt eine zeitlose Gültigkeit und Schönheit.

Wir beginnen mit der Meditationspraxis von Anfang an mit dem Verständnis, wie diese zu unserer nach Innen gerichteten Entdeckungsreise beitragen kann. Die Körperhaltung und der Aufbau einer Sitzung mit einfachen Achtsamkeits- und Geistesruhe-Anleitungen werden eingeübt.

„Schule deinen Geist!“ (Modul 2) – Dhyana Paramita – Die tiefgründige Übung der meditativen Sammlung

Die Meditationen dieses Kurses bilden die Grundlage jeder buddhistischen Meditationspraxis und werden auch in allen weiteren Kursen des Paramita-Trainings immer wieder angewendet. Sie können auch den roten „Übungs-Faden“ für die persönliche Übung der TeilnehmerInnen in ihrer persönlichen Praxis zwischen den Kursen bilden. In Rücksprache mit dem Kursleiter wird für alle TeilnehmerInnen des Paramita-Trainings ein persönlicher Übungsplan ausgearbeitet, der den individuellen Möglichkeiten entspricht.

Neben text-basierten Erläuterungen werden einige wesentliche Aspekte der Meditation gründlich eingeübt:

- Satipatthana: Achtsamkeits-Meditation auf den Körper, die Empfindungen, die Geisteszustände und Gedankeninhalte
- Shamatha: Geistesruhe Meditation – Die Praxis des Sitzens in Stille mit Hilfe verschiedener Aufmerksamkeits-Objekte
- Umgang mit Emotionen und sog. „Hindernissen“ in der Meditation und Verwenden von Heil- bzw. Gegenmitteln bei emotionalen Zuständen.

„Sei freundlich, rücksichtsvoll und hilfreich!“ (Modul 3) – Shila Paramita – Die tiefgründige Übung des heilsamen ethischen Verhaltens

Die Kompetenz zu ethisch positivem Verhalten basiert auf der Fähigkeit mit dem eigenen Geist zu arbeiten und Zustände von Klarheit, Ruhe und Mitgefühl zu kultivieren. Hierzu werden geistes-beruhigende Achtsamkeits-Meditationen (wie in Kurs 2) erneut angewandt und nochmals erläutert.

Neben text-basierten Aussagen veranschaulichen wir uns das Prinzip der heilsamen Motivation, auch mit entsprechend angeleiteten analytischen Meditationen. Ein Grundverständnis des Prinzips des „Karma“ und der sich daraus ergebenden Unterscheidung von heilsamen und unheilsamen Motivationen und Handlungen wird verdeutlicht. Der Sinn von Versprechen/ Gelübden in der buddhistischen Praxis wird erläutert.

Wir werden über die „Vier Kräfte der Reinigung des Geistes“ nachdenken und meditieren. Da eine heilsame Ethik aus Liebe und Mitgefühl erwächst, werden wir auch eine Einführung in die Metta- oder Herzenswärme-Meditation erleben. Die Shila-Paramita eignet sich sowohl zur Selbst-Betrachtung und –Erkenntnis als auch zur Betrachtung äußerer Verhältnisse in der Welt und unter den Lebewesen.

„Nimm Herausforderungen gelassen an!“ (Modul 4) – Ksanti Paramita – Die tiefgründige Übung der Geduld mit schwierigen inneren und äußeren Situationen

Das Leben ist voller Veränderungen und wir durchwandern angenehme und unangenehme Zustände von Glück und Leid in körperlicher und psychischer Hinsicht. Zudem stellt uns der Pfad der Meditation vor neue Herausforderung und bringt eigene Schwierigkeiten mit sich. Dabei kann doch gerade das geistige Training durch Meditation der Schlüssel zu mehr innerer Stabilität und zum Umgang mit Schwierigkeiten sein. Wie findet man Zeit für eine regelmäßige Übung und wie hält man diese aufrecht? Und wie verbindet man Sitz-Meditation mit Alltagstätigkeiten?

Neben text-basierten Erläuterungen üben wir Meditationen ein um mit Hindernissen, stärkeren Emotionen, Krankheiten und auch dem Leiden anderer oder existenzieller Not in der Welt besser umgehen zu lernen. Dazu gehören u.a. Achtsamkeits-Übungen, die uns bei der eigenen Körper- und Geistesbetrachtung größere Stabilität entwickeln helfen, sowie Formen der Tonglen-Meditation, die dazu beiträgt, dass leidvolle Zustände mit entsprechender Geduld und Freundlichkeit betrachtet bzw. diese in Liebe und Mitgefühl umgewandelt werden können.

„Lerne neue Sichtweisen kennen und werde weise!“ (Modul 5) – Prajna Paramita – Die tiefgründige Übung der Weisheit

Unter Weisheit versteht man im Buddhismus die Kultivierung tiefgründiger Anschauungen, die dazu beitragen, dass feste Vorstellungen von Wirklichkeit als Illusionen durchschaut und der Geist von Täuschungen und Irrtümern befreit werden kann. Hierzu gibt es besondere schriftliche und mündliche Unterweisungen, die erläutert und kontempliert werden. Neben dem entsprechenden Kapitel des „Juwelenschmucks“ werden wir das berühmte Herz-Sutra besprechen, in dem die Leerheit aller Aspekte des persönlichen Erlebens verkündet wird. Vor diesem Hintergrund wird die Buddha-Natur noch einmal verdeutlicht und wir lernen in den Begriffen von relativer und absoluter Wirklichkeit zu denken und uns selbst und die Welt so zu sehen.

Die Meditationspraxis wird durch diese Sichtweisen bereichert, was dann zur Einsichts-Meditation des Vipashyana/Vipassana und Mahamudra/Dzogchen führen kann. Weisheit zu entwickeln bedeutet hier einen Geschmack von innerer Freiheit zu entfalten, aus der heraus sichtbar wird, was gültig und wirklich, wohltuend und befreiend, nützlich und heilsam ist und was nicht. Geistige Offenheit, Flexibilität und Geschmeidigkeit ist das Ziel der Prajna-Paramita.

Freiburg: 8.-10. Mai 2015:

„Halte an nichts fest und sei von Nutzen!“ (Modul 6) – Dana Paramita – Die tiefgründige Übung der Großzügigkeit

Großzügigkeit ist Grundlage und Ausdruck von geistiger Offenheit. Sie ist auch das Heilmittel gegen Ich-Bezogenheit oder, direkter gesagt, den Egoismus. Das Festhalten am Ich erkennt man im Buddhismus als Hauptursache allen Leidens und aller negativen Handlungen.
Neben text-basierten Erläuterungen werden wir weitere Meditationen zur Entwicklung von Herzenswärme (Metta/Maitri), Mitgefühl (Karuna), Mitfreude (Mudita) und Gleichmut/Toleranz (Upeksha) üben. Auch Dankbarkeit und ein Sinn für Verbundenheit sind wichtige Aspekte des Dana-Prinzips und können mit Meditationen kultiviert werden. Es werden auch zeitgenössische Anregungen zur Dana-Praxis besprochen wie sie einem sozial oder ökologisch engagierten Buddhismus entsprechen. Bei Dana, Großzügigkeit, geht es darum, immer mehr Positivität, Weitsicht, Lebenskraft, aber auch praktische Hilfe in unsere Beziehungen und die Welt einzubringen.

Freiburg: 3. Juli – 5. Juli 2015:

„Motiviere dich immer wieder neu!“ (Modul 7) – Virya Paramita – Die tiefgründige Übung des freudevollen Engagements und Zusammenfassung des Kurses (5-Tage-Kurs)

Virya kann als Disziplin, Ausdauer, Enthusiasmus, Tatkraft, Engagement oder als Begeisterung übersetzt werden. Sie bereichert alle anderen Paramitas und drückt die Freude des Bodhichitta aus, des sich aus seinen eigenen Illusionen und Gewohnheitsfesseln befreienden Geistes.

Neben text-basierten Erläuterungen zu Virya werden wir alle Meditationen des Paramita-Trainings noch einmal unter diesem Gesichtspunkt wiederholen, so dass der sich aus ihnen ergebende Praxisweg nochmals in aller Klarheit verdeutlicht wird. Das Paramita-Training wird in allen seinen Aspekten zusammengefasst und ein Ausblick auf seine weitere Anwendung im Leben durch den Gruppen- und Erfahrungsaustausch artikuliert.
An Kurs 7 kann nur teilnehmen, wer bis dahin mindestens 3 der anderen Paramita-Trainings-Kurse absolviert haben.

Die Inhalte jedes einzelnen Kurses können im Verlauf der Kurse variiert werden. Dies wird dann in Links zur Website und in Rund-e-Mails vorher bekannt gegeben.

 

Yesche U. Regel unterrichtet seit dem Ende eines Drei-Jahres-Retreats im Jahre 1990 ausgiebig buddhistische Meditationen und Lehrthemen im ganzen deutschen Sprachraum. Er begegnete dem Tibetischen Buddhismus im Alter von 20 Jahren (1977), nahm Zuflucht und die Mönchs-Ordination bei S.H., dem XVI. Karmapa und wurde Schüler eminenter Lamas wie Khenchen Thrangu Rinpoche und Gendün Rinpoche. Er war in den Gründerjahren des Kamalashila Instituts und des Retreat-Zentrums Halscheid als deren Organisator tätig. 1997 gab er seine Roben auf und wurde in seinem Unterrichtsstil etwas experimenteller. Seit 2002 lebt Yesche mit Angelika Wild-Regel in Langenfeld und sie betreiben seit 2005 das Paramita-Projekt in Bonn.

Im Rahmen des Kamalashila Instituts wird Yesche seit 1990 auch „Lama“ genannt.
Siehe: www.yesche.homepage.t-online.de und www.paramita-projekt.de

 

Das Kamalashila Institut für buddhistische Studien wurde 1981 gegründet und bis 1999 auf Schloss Wacendorf bei Euskirchen beheimatet. Seitdem befindet es sich in dem Dorf Langenfeld in der Vulkanischen Osteifel unweit der Hohen Acht, in einer schönen Landschaft umgeben von Feldern, Wiesen, Wäldern und Wacholderheiden. Langenfeld ist gut mit dem Auto, aber auch mit Bahn und Bus zu erreichen.

Das Paramita-Projekt Bonn gibt es seit 2005. In einem ca. 50 qm großen Übungsraum werden mitten im Uni-Stadtviertel von Poppelsdorf regelmäßig Meditations- und Studienkurse angeboten.

Yesche U. Regel und Angelika Wild-Regel leben in der Nähe des Kamalashila Instituts in der Eifel und organisieren das Paramita-Projekt in Bonn. An beiden Orten unterrichten sie seit langem buddhistische Meditationen und das MBSR-Stressbewältigungsprogramm (siehe www.mbsrbonn.de).

 

Anmeldung für das Paramita-Training bitte nur bei:

Kamalashila Institut, Kirchstr. 22a, D-56729 Langenfeld/Eifel
Tel. 02655-939 040, Fax 02655-939 041, e-Mail: office@kamalashila.de

Tibet-Kailash-Haus, Wallstr. 8, 79098 Freiburg, Tel. 0761-66814, e-Mail: info@tibet-kailash-haus.de

 

Rückfragen zum Paramita-Training direkt an Yesche U. Regel:

Paramita-Projekt Bonn
Clemens-August-Str. 17, D-53115 Bonn-Poppelsdorf
Tel. 0228-9086860, e-Mail: paramita-projekt@t-online.de,
www.paramita-projekt.de

 

Aus einem Anschreiben an alle angemeldeten TeilnehmerInnen vom 20.1.2013:

… Zuerst freue ich mich mitteilen zu können, dass sich zum ersten Modul überraschend viele angemeldet haben. Wir werden Anfang Februar über 30 TeilnehmerInnen sein. Einige haben sich bereits entschieden das ganze 7-Module-Training zu belegen, andere wollen offenbar erst einmal erforschen, wie ihnen das erste Modul gefällt. Das ist völlig in Ordnung und so ist es ja auch gemeint.

Ein Kurs dieser Art soll mehrere Vorteile bieten:

Zum einen wird durch die Kursabstände von ca. 3 Monaten eine lebens- und alltagsbegleitende Kontinuität der Meditationen und Lehrinhalte ermöglicht. So werden wir die Meditationspraxis schrittweise entwickeln können. Die buddhistischen Lehrinhalte werden gleichzeitig dargestellt und nicht getrennt von der Meditation. Jede(r) kann zu Hause durch regelmäßige Meditationen und eigene Lektüre für sich noch mehr aus den Wochenendkursen machen.

Aber auch allein diese zu besuchen hat seinen Wert: So gibt es auch eine soziale Seite des Trainings. Es kann sich eine Kerngruppe bilden, wie eine Dharma-Schulklasse, die sich bei den Modulen immer wieder trifft, auch wenn immer wieder einige hinzukommen können oder manche nicht immer dabei sind. So kann ein „Wir-Gefühl“ und eine besondere Gruppen-Dynamik von Freundschaften entstehen.

Ich möchte ein paar Gedanken formulieren, die meine Motivation für dieses Training beschreiben:

Seit Jahrzehnten unterrichten buddhistische LehrerInnen nun in unseren Breiten und viele westliche Menschen haben eine Meditationspraxis entwickelt und studieren Dharma-Lehren, sei es durch die Lektüre von Büchern oder das Hören von Unterweisungen. Es gibt sehr traditionelle Lern- und Praxisprogramme wie intensive Zen-Sesshins, 10-tägige Vipassana-Retreats, die vorbereitenden Ngöndro-Übungen des Tibetischen Buddhismus, Drei-Jahres-Retreats und diverse anspruchsvolle philosophische Studiengänge wie das Nitartha-Programm von Dzogchen Pönlop Rinpoche oder das Fernstudium des Tibetischen Zentrums Hamburg und vieles mehr.

Solche Programme sind Angebote alter Traditionen, wie sie in buddhistischen Klöstern entwickelt wurden und denen wir westliche Menschen uns nun auch unterziehen können. Hier werden buddhistische Gedankeninhalte und überlieferte Praxisformen weitgehend „naturbelassen“ und in großer Dichte und Intensität vermittelt und angewendet. Oft werden asiatische Sprachen wie Pali, Japanisch oder Tibetisch verwendet und auch die äußeren Formen der Tradition gepflegt.

Auf der anderen Seite gibt es weitgehend säkularisierte Programme, in denen die tieferen buddhistischen Inhalte kaum mehr deutlich betont werden, allenfalls in ihrer zeitlosen Essenz. In Psychotherapie-Kreisen hält man das einfache stille Sitzen auf der Grundlage psychologischer Konzepte bereits für „Buddhismus“. Da gibt es die ganze Achtsamkeits-Bewegung wie sie sich z.B. in dem äußerst wertvollen MBSR-Training zur Stressbewältigung (nach Jon Kabat-Zinn) ausdrückt oder auch das christliche Zen, in dem man an Stelle der nicht-theistischen Sichtweise des Buddha versucht in der Stille bei Gott zu sein oder sein wahres Selbst zu erfahren.

Das Paramita-Training hat nicht den Anspruch ein ganz besonderes Training oder Studium zu sein, doch es will einen Mittelweg zwischen Intensität, Tradition und Lebens- und Alltagsbezug herstellen. Es ist niederschwellig, praxis-bezogen und dennoch werden buddhistische Grundgedanken, ein Entwicklungsweg und dessen Bedeutung aufgezeigt, so dass die Meditation nicht im Ungefähren und Beliebigen ausgeführt wird.

Als lang-jähriger buddhistischer Mönch der Karma-Kagyü-Tradition (1980-1997) hatte ich viele traditionelle Unterweisungen gehört und mich immer gefragt, wie diese heutzutage von Menschen zu umzusetzen und im Leben praktisch anzuwenden sind. Ich bin davon überzeugt, dass dies möglich ist und viel Freude machen kann. Die Anleitungen und Inhalte des Paramita-Trainings sollen deshalb anschaulich und verständlich sein.

In der ganzen Buddhismus- und Meditations-„Szene“ gibt es „Einsteiger“ und „Aussteiger“. Einsteiger sind offen für Lehren und Anleitungen, vielleicht mit großem Enthusiasmus, weil sie merken, dass sie im Begriff sind etwas sehr Wertvolles für sich zu entdecken. Sie nehmen begierig und dankbar das auf, was ihnen angeboten wird. Aussteiger sind vielleicht einer Methode oder Theorie überdrüssig, wurden demotiviert von Gruppen – und manchmal auch von Lehrenden – , von kulturellem oder politischem Beiwerk mancher Traditionen oder finden es einfach zu schwierig, „das alles“ in ihr eigenes Leben zu integrieren.

Das Paramita-Training versucht auch hier einen Mittelweg einzugehen. Es kann gut für „Einsteiger“ sein, aber evtl. auch jene wieder zurück in die Praxis bringen, die sich etwas überfordert haben, geistige Erschöpfung erfahren haben oder Enttäuschungen erleben mussten. Es vermittelt eine Reihe einfacher Meditationen, verdeutlicht ihre Methodik und möchte ihre Lebens- und Alltagstauglichkeit veranschaulichen. In der Präsentation der Dharma-Lehren betont es die Entwicklung von dem, was man im Abendland „Tugenden“ nennen würde, nämlich die Paramitas, die hier als das Herz und den Geist befreiende Einstellungen und Handlungen verstanden werden und direkt aus unserer Buddha-Natur hervorkommen und zu dieser hinführen. (Sie werden manchmal als „Vollkommenheiten“ übersetzt, aber das suggeriert einen Perfektionsanspruch, der nicht gemeint sein kann.)

Im Rahmen des Paramita-Trainings lernen wir somit verschiedene buddhistische Anschauungen und Perspektiven kennen. Wir müssen dazu zwar nicht unbedingt Buddhisten sein, doch werden nicht von Außen auf die Inhalte schauen, sondern von Innen. Wir können lernen diese Sichtweisen zu verstehen und ihre Bedeutung zu erfahren.

Dabei stützen wir uns durchaus auf klassische Texte wie einige Lehrreden des Buddha, den „Eintritt in den Weg des Erwachens“ (Bodhicharyavatara) von Shantideva und den „Kostbaren Schmuck der Befreiung“ (Dhagpo Thargyen) von Gampopa, das Geistestraining (Lodjong) nach Atisha und einige andere Quellen. Aufgrund der kompakten Zeit, 7 Wochenenden ist über 2 Jahre verteilt ein Kontinuum aber auch nicht gerade allzu viel Zeit, können diese natürlich nur ansatzweise vorgestellt werden, zumal auch die Meditation etwa 50 % eines jeden Moduls einnehmen soll.

TeilnehmerInnen werden mehr von dem Programm haben, wenn sie auch zu Hause Meditation praktizieren, sich die empfohlenen Bücher besorgen und diese in Ruhe lesen. Dazu wäre es sinnvoll sich etwas Zeit zu nehmen bzw. im Alltag einzuplanen. Wer schon eine Meditationspraxis ausführt, kann durch die Anleitungen, die man während des Paramita-Trainings bekommt, diese Übung überprüfen, bereichern und vertiefen.

Ich möchte als Kursleiter zudem anbieten, jede(n) die / der sich dem Paramita-Training über mehrere Modul hinaus anschließt, auch über die Wochenenden hinaus zu beraten und zu begleiten, wenn dies gewünscht wird. Dazu können Telefongespräche vereinbart und ggf. e-Mails ausgetauscht werden.

Ich habe in den letzten Jahrzehnten hunderte von Meditations- und Studienkursen im ganzen deutschen Sprachraum geleitet und ebenso hunderte Abende im Paramita-Projekt Bonn. Persönlich ist es mir ein großes Anliegen, ein Wunsch und geradezu eine Sehnsucht, heilsame persönliche Entwicklungen von Menschen zu sehen und zu unterstützen, zumal bei herkömmlichen Wochenendkursen oft keine Kontinuität hergestellt wird.

Ich bin zudem überzeugt, dass die Inspiration, die wir aus den Paramitas, aus Großzügigkeit, reinem ethischen Verhalten, Geduld, freudevollem Engagement, aus Meditationspraxis und Weisheitsentwicklung, schöpfen können, unermesslich ist und dass diese ein hervorragendes Heilmittel gegen unsere eigenen Geistesgifte und negativen Emotionen sowie gegen die Dummheit unseres Zeitgeistes darstellen.

Yesche U. Regel